Gewaltfreie Kommunikation

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Hollerkönigin

Gewaltfreie Kommunikation

Beitrag von Hollerkönigin » Fr 16. Okt 2009, 11:13

Hallo zusammen,
ich versuche mal ein bisschen Leben hier rein zu bringen, denn ich denke, dass wir hier alle von diesem Forum nur profitieren können, auch wenn die Probleme mal nicht akut sind. Ich glaube, mein Status Stiefmutter wird sich durch mein Leben ziehen wie ein roter Faden. Mal mehr mal weniger problembelastet, so wie bei einem trockenen Alkoholiker, der auch mal wieder zur Flasche greift.

Daher möchte ich allen mal das o.g. Thema zur diskussion stellen. Das Modell stammt von einem Amerikaner namens Mashall Rosenberg und es gibt ganz viele Bücher und auch Seminare das zu erlernen.

Da ich zur Zeit im größten Frust sogar verbal bewusst verletzen will muss dringend etwas geschehen. Wer hat damit Erfahrungen oder Lust, sich mit mir zusammen mal damit zu beschäftigen und hier auszutauschen. Bin auch offen für andere Ideen, doch das Thema Kommunikation: WAS sage ich, WIE sage ich es und WARUM kommt es nicht so an wie ich es meine! ist sicher bei uns zuhause ein zentrales Problem, zu allem anderen, was der Alltag so mit sich bringt.

Freue mich über viele Kommentare, Ideen und Anregungen!

Liebe Grüße
Hollerkönigin

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Thomas Gerling-Nörenberg
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Re: Gewaltfreie Kommunikation

Beitrag von Thomas Gerling-Nörenberg » Mo 19. Okt 2009, 19:23

Hallo Hollerkönigin,

erstmal herzlichen Dank für die guten Anregungen und die Aktivität, die Sie ins Forum einbringen. Ich wünsche mir auch, dass hier mehr diskutiert, die Abstände zwischen den einzelnen Problemberichte, bzw. Fragen und den Antworten ist häufig sehr lang. Ich denke aber, dass auch zwischen den TeilnehmerInnen ein Austausch über e-mail stattfindet, denn nicht alle Bereiche sind für die Forum-Öffentlichkeit geeignet. Das empfinde ich als völlig in Ordnung.

Nun zu Ihrer Anregung, dem Thema "gewaltfreie Kommunikation". In der Paarberatung erlebe ich, dass besonders der Bereich Kommunikation der Kernpunkt vieler Paar- und Familienprobleme ist. Und zwar die Entwicklung hin zu Kommunikationsformen, die in die Richtung "den anderen Abwerten", "ohnmächtig machen", Gewalt gehen. Daher kann das Modell von Mashall Rosenberg (kannte ich bislang nicht) habe aber übers Internet einige Seiten aufgerufen und fand es sehr ansprechend - hilfreich sein. Folgende Seiten habe ich aufgerufen:

http://www.gewaltfrei.de/gk802/einf-0102.pdf

http://www.stardust-archiv.de/Artikel/rosenberg.htm

Zielen die Inhalte dieser Seiten in die Richtung die Sie meinten...?? Besonders die Ausarbeitung in der PDF Datei fand ich gut nachvollziehbar und könnte in Beziehungen sehr nützlich sein, danach vorzugehen.

Meine Erfahrungen gehen in die Richtung "Autorität durch Beziehung. Die Praxis des gewaltlosen Widerstands in der Erziehung" von den Autoren Haim Omer, Arist von Schlippe, siehe Link unten:

http://www.systemagazin.de/buecher/neuv ... ritaet.php

Danach versuche ich Eltern zu beraten, die ihre Autorität bei ihren Kindern oder Jugendlichen verloren haben.

Frohen Gruß, und weiter so......................
herzlich, Thomas Gerling-Nörenberg

Mom
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Re: Gewaltfreie Kommunikation

Beitrag von Mom » Mo 19. Okt 2009, 22:08

Hallo!

Ein spannendes Thema, das mich auch sehr beschäftigt. Ich lese dazu auch immer mal wieder was ich so finde. Allerdings habe ich nach wie vor ein Problem mit der Umsetzung. Ich finde, es gehören immer mindestens zwei dazu.

Wenn ich immer sehr freundlich alles formuliere und mich redlich bemühe, geht das meistens einseitig zu meinen Lasten. Schon innerhalb einer Partnerschaft gestaltet sich das schwierig. Bei pupertierenden Jugendlichen stelle ich mir das ganz furchtbar vor. Man muss Grenzen - auch die eigenen - sehr genau definieren. Das muss natürlich nicht immer aggressiv sein... ist unnötig. Aber wenn "das Zureden" nichts bringt, müssen Konsequenzen folgen. Denn ich habe nicht so wirklich das Gefühl, dass alle Menschen den anderen unbedingt Gutes tun wollen ;-) Davon gehen diese Theorien jedoch aus. Dass jemand meine Bedürfnisse gerne erfüllt. Ich habe diesbezüglich irgendwie eine ganz andere Lebenserfahrung...ganz im Gegenteil musste ich lernen, für meine Beürfnisse einzutreten. Manchmal auch aggressiv meine Grenzen zu verteidigen.

Freundliche Grüße

MoM

Hollerkönigin

Re: Gewaltfreie Kommunikation

Beitrag von Hollerkönigin » Di 20. Okt 2009, 12:59

Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für die Links, ich habe mir gestern ein Hörbuch, wohl das Standard-Werk, gekauft und werde es beim Walken auf meinen Ohren wirken lassen und dann berichten.

Ich merke schon seit längerem, dass ich ein Problem beim Kommunizieren habe. Früher kam ich bei Kunden manchmal wohl reichlich fordernd und "unangemessen" rüber, weil ich ein Freund von klaren Worten und klaren Inhalten bin. Das war dann manchem Nadelstreifenherren zu wenig respektvoll und unterwürfig von mir Jungprojektleiterin. In der Politik wäre ich wohl eine echte Niete.

Dennoch merke ich, dass ich hier zuhause anscheindend "chinesisch" bestens beherrsche. Denn jeder versteht das was ich sage anders als der andere und sowieso anders als ich es meinte und Summasumarum habe ich es mir manchmal echt verkniffen überhaupt noch etwas zu sagen.

Dazu kommt das schon erwähnte "verbal bewusst verletzen und herabwürdigen" zu wollen, zu dem ich in letzter Zeit öfter tendiere. Ich bin meist beherrscht genug, es nicht wirklich auszuleben, aber gerade den beiden pupertierenden Stiefadoptions-Kids gegenüber ist damanchmal das Bedürfnis, sich :oops: für all die Verletzungen "zu rächen".... Ich weiß nicht wie oft ich in den letzten Monaten daran dachte zu sagen, dass die Adoption der Fehler meines Lebens war. Auch einfach mal so ein BÄÄHHH-Gefühl rausbrüllen, wie sie es 3-mal am Tag tun - NEIN, ich bin ja erwachsen...

Ich mag mich dann auch nicht mehr und kenne genug eigene Stories, wo meine Mutter ihren Schnabel nicht halten konnte und meine pupertäre Existenz damit schwer erschüttert hat. Auch daraus resultiert heute ein angespanntes Verhältnis zu ihr und widerum "Meine Mutter versteht mein chinesisch auch nicht" und alle Bemühungen der letzten 10 Jahre mich auszusprechen und wenigstens in diese familiäre Richtung mal Frieden ohne Machtkämpfe, Forderungen und schlechtem Gewissen zu bekommen verliefen im Sande.

Der Tipp zu Rosenberg kam von meiner Naturkosmetikerin, die für mich eine sehr authentische Person ist und sehr um persönliches Wohlbefinden im Einklang mit anderen bemüht ist. Andere haben den Friseur, ich die Kosmetikerin als Ansprechpartner :wink: ...

Also melde ich mich, wenn ich es gehört habe, würde mich aber weiterhin interessieren, wer sich hiermit vielleicht schon beschäftigt hat.

Liebe Grüße
Die Hollerkönigin

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